Kontakt   Newsletter   Impressum
   

    factum online RSS
  Infos zum RSS-Feed

Christliche Polizisten: Information gegen Gewalt

(16. September 2008/cpv.) - Gibt es Wege aus der Jugendgewalt? Ja, sagt sich eine Polizeivereinigung und zeigt Eltern, Lehrpersonen und Verantwortungsträgern Lösungsansätze auf. Unter anderem schlägt sie als Präventionsstrategie das „Potektoren-Konzept“ vor.

Auf der Titelseite der Broschüre mit 47 redaktionellen Seiten hält ein Jugendlicher dem Betrachter seinen Schuh ins Gesicht. „Wir lassen nur unseren Frust ab!“ steht darüber als Headline. Sie steht zeichenhaft über der Arbeit, denn hauptsächlich versucht die Broschüre, Jugendliche mit Empathie in ihren Fragen und Problemen zu verstehen.

Von Polizisten wäre zu erwarten, dass ihnen wichtig wäre, wie die Gewalt mit den Mitteln der Intervention unterbunden werden könnte, um die Ordnung aufrecht zu halten. So erstaunt die Breite der zusammengetragenen Beiträge, die deutlich machen, wie ganzheitlich die Lösungen anzusetzen sind.

Zwar kommen zunächst Politikerinnen und Politiker der verschiedenen Parteien mit ihren Programmen zu Wort. Doch dann wird den Fragen der Erziehung breiten Raum gegeben. „Sind die Eltern an allem schuld?“ wird gefragt. Auch wird der These nachgegangen, die besagt, dass die Gewalt in Medien und Videospielen ein Hauptauslöser für Jugendgewalt sei.

Die Antworten fallen differenziert aus. Persönliche Berichte von Jugendlichen, die nach einer Karriere der Gewalt einen Ausweg daraus fanden und nun selber Hilfsangebote gestartet haben, machen die Texte lebensnah. Gezeigt wird letztlich auch, was die Polizei in den grossen Städten der Schweiz tut, um dem Problem Gewalt anwendender junger Menschen beizukommen.

Mit einem weltweit bewährten Präventionskonzept namens „Missing Protector“ wolle die Christliche Polizei-Vereinigung (CPV) selber einen Beitrag zur Verminderung von Gewalt unter Jugendlichen leisten, sagt Präsident Felix Ceccato. „Wir möchten dabei mit Schulen, Jugendhäusern, Firmen, Kirchen und weiteren Einrichtungen der Jugendarbeit zusammenarbeiten.“ Untersuchungen in andern Ländern hätten gezeigt, dass von ihren Familien entfremdete Jugendlich dazu neigten, sich Jugendbanden anzuschliessen, so Ceccato. Wenn solchen Jugendlichen ein „Götti“ oder eine „Patin“ als Vertrauensperson zur Seite gestellt werde, könne dies erfolgreich verhindert werden.

Wer sich als ein solcher Beschützer oder als Protektorin zur Verfügung stellen möchte, werde von einer Vermittlungsstelle ausgebildet und mit einem oder einer Jugendlichen in ihrer Nähe in Verbindung gebracht.

Die Broschüre zur Jugendgewalt der CPV wurde bereits in den Kantonen Basel, Bern und Luzern verbreitet. Weitere Kantone quer durch die Schweiz sollen im Laufe des Jahres folgen. Die CPV zeichnet verantwortlich für den Inhalt. Herausgegeben wird die Publikation zusammen mit dem Informationsverlag in Hünenberg, der sie mit Anzeigen aus dem jeweiligen Streugebiet bestückt und so Druck und Verbreitung finanziert. Die CPV hat auf diese Weise bereits ein Malbüchlein für Kinder zum Thema Sicherheit im Strassenverkehr sowie ein Gewaltpräventionsbroschüre zur Euro 08 herausgebracht.

Die Christliche Polizei-Vereinigung Schweiz (CPV) ist eine überkonfessionelle Berufsvereinigung von Polizistinnen und Polizisten, die sich bewusst sind, dass sie für die vielseitigen Anforderungen ihres Berufes Gottes Hilfe in Anspruch nehmen können.



zurück

Das aktuelle Heft:
factum 3/2012


factum 3/2012
factum-Abo
efactum-App
Mithelfen und fördern!
ethos – suchen, finden, leben