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Bankenkrise: Wissenschaftler fordern Besonnenheit

(09. Oktober 2008/tl.) – Zwanzig Professoren der Universität Hohenheim fordern Politiker, Banken, Unternehmen, Medien und Bürger in einem Offenen Brief zu verantwortlichem Handeln und zu Besonnenheit auf, damit aus der Finanz- und Bankenkrise keine gravierende Wirtschaftskrise wird. Die unterzeichnenden Wissenschaftler betonen, dass die Krise auch psychologische Aspekte hat und warnen vor einem „Self-fullfilling-prophecy-Mechanismus“.

So schlimm die Immobilienkrise und die Finanzkrise auch sind, eine dramatische Wirtschaftskrise könne erst dann daraus entstehen, wenn Banken, Politik, Medien und Bürger daran glauben oder diese gar bewusst herbeireden, heisst es in der Erklärung der Wissenschaftler.

Eine Wirtschaftskrise lasse sich noch abwenden, wenn „alle Teile der Gesellschaft in dieser kritischen Situation ihrer auch ganz individuellen Verantworung gerecht werden“, formulieren die Volkswirtschaftler, Wirtschaftswissenschaftler und Sozialwissenschaftler.

Die Wissenschaftler fordern die Banken zu ehrlicher Transparenz und Offenlegung der Risiken auf, die durch die Krise für sie entstanden sind, damit wieder Vertrauen möglich wird. Da alle Banken in einem Boot sitzen, sollten sie jetzt solidarisch handeln und zudem ihren internationalen Einfluss nutzen, um eine stärkere Bankenregulierung auf den Weg zu bringen.

Von der Politik erwarten die Ökonomen, dass ein Konzept zur Finanzregulierung entwickelt wird. Die Berichterstattung über die Finanzkrise sollte von den Medien nicht übertrieben und sensationsgierig, sondern besonnen und ausgewogen betrieben werden.

Aber auch die Verantwortung des einzelnen Bürgers sei jetzt gefragt. Es bestehe kein Grund zur Panik, heisst es in dem Offenen Brief. Die Wissenschaftler rufen zu Geduld auf und sehen Anlass zu Zuversicht: „Wir dürfen darauf vertrauen, dass die von Politik, Banken, Verbänden und Unternehmen ergriffenen Massnahmen helfen und unser Wirtschaftssystem zudem über ausreichende Selbstheilungskräfte verfügt“.



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