Lernfähig: Bakterien entwickeln rasch Resistenzen
16. Oktober 2008/fa) – In Deutschland sterben jedes Jahr 20000 Menschen an einer Pneumonie (Lungenentzündung). Auslöser sind in 90 Prozent der Fälle Bakterien, vor allem die gefürchteten Pneumokokken.
Vor acht Jahren wurde ein Impfstoff entwickelt, man glaubte die Krankheit besiegt zu haben. Jetzt zeigen Studien, dass sich in den USA, wo sich die Zahl der schweren Erkrankungen zunächst halbiert hatte, extrem gefährliche Varianten des Erregers rapide ausbreiten. Besonders eine aussergewöhnlich aggressive Variante der Pneumokokken, der „Serotyp 19A“, ist auf dem Vormarsch.
Es gibt insgesamt mehr als 90 verschiedene Arten von Pneumokokken und es können auch weitere entstehen. Der Sohn des französischen Filmschauspielers Gerard Depardieu, Guillaume Depardieu, war am vergangenen Montag im Alter von gerade einmal 37 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben. Er hatte sich bei Dreharbeiten in Rumänien infiziert.
Pneumokokken werden vor allem Menschen mit geschwächter Immunabwehr, alten Menschen und Kleinkindern gefährlich. Die meisten Arten verursachen nur harmlose Krankheiten oder nur geringfügige Beschwerden.
An der Entwicklung verbesserter Impfstoffe gegen die gefährlichen Arten der Pneumokokken arbeiten die Wissenschaftler mit Hochdruck. Aber sie wissen inzwischen auch, dass sie es mit einem lernfähigen Gegner zu tun haben.
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