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Türkei: Christen zwischen Normalität und Bedrohung

(17. Oktober 2008/idea) – In der Türkei bewegen sich Christen auf einem „schmalen Grat“ zwischen Lebensgefahr und normalem Gemeindeleben. Das berichtete die Geschäftsführerin der Türkischen Bibelgesellschaft, Tamar Karasu (Istanbul), am 16. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse.

Seit der Ermordung von drei Mitarbeitern des christlichen Zirve-Verlags in Malatya (Osttürkei), darunter eines Deutschen, am 18. April 2007 habe sich die Lage für die Christen gebessert, sagte sie bei einem Pressegespräch der Deutschen Bibelgesellschaft (Stuttgart). Positiv wirkten sich in dieser Hinsicht die Beitrittsverhandlungen des Landes zur Europäischen Union aus.

Zwiespältig stelle sich auch die Situation der Bibelverbreitung dar. Einerseits dürfe die Bibelgesellschaft das „Buch der Bücher“ nur in zwei Läden in Istanbul und Adana verkaufen; auch sei das Verschenken von Bibeln und christlichen Büchern sowie das Missionieren in der Türkei verboten. Andererseits sei es der Bibelgesellschaft seit Jahren erlaubt, ihre Produkte auf Buchmessen im Inland zu präsentieren. Jährlich verkaufe die von allen Kirchen in der Türkei getragene Organisation etwa 20.000 Bibeln dun 40.000 Neue Testamente. 

Die 1820 gegründete Bibelgesellschaft will das Paulusjahr 2008/2009 zum 2000. Geburtstag des in der Türkei geborenen Völkerapostels nutzen. Unter anderem wolle man zeigen, dass das Christentum kein westlicher Import sei, sondern auch von der Türkei aus in die Welt hinausgegangen sei.

Die Türkische Bibelgesellschaft plant als nächste Buchprojekte eine Studienbibel und einen Bibelatlas.

Die Türkei ist in diesem Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse. Über 95 Prozent der 72 Millionen Einwohner der Türkei sind Muslime. Von den rund 120.000 Christen gehören etwa 4.000 zu evangelikalen Gemeinden.



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