Vogtland - Schwarmbeben halten unvermindert an
(20. Oktober 2008/fa.) - Die ungewöhnliche Häufung von Schwarmbeben im tschechisch-deutschen Grenzgebiet, die am 6. Oktober begann, hält an. Es sind die stärksten Beben im Vogtland seit 23 Jahren.
Das ungewöhnlich starke Auftreten von Erdbeben dauert immer noch mit unverminderter Stärke an, wie das Deutsche Geoforschungs-Zentrum in Potssdam (GFZ) mitteilte. Die Beben werden auch in Bayern, Sachsen, und Thüringen gespürt. Das Zentrum der Schwarmbeben befindet sich bei Novy Kostel, etwa 8 km von der deutsch-tschechischen Grenze entfernt.
Das bisher stärkste Ereignis dieses Schwarms fand am Freitag, den 10. Oktober um 10:08 Ortszeit statt. Das GEOFON-Messnetz des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ gibt dafür eine Magnitude von 4,5 an. Das ist seit dem Schwarm von 1985/86 das stärkste Beben in diesem Gebiet (1986: 4,6).
Ungewöhnlich ist auch, dass der Schwarm mit relativ starken Beben begonnen hat. Insgesamt wurden seit Beginn der jetzigen Aktivität bereits über 10000 Beben registriert.
Es wird vermutet, dass die Erdbebenschwärme, die etwa alle 8 Jahre auftreten, mit Fluidbewegungen in der Erdkruste oder sogar im Erdmantel zusammenhängen. Der Grund für diese Beben können aufsteigende Gase sein, die aus einem Magmenreservoir emporklettern, das in etwa 25 bis 35 Kilometer Tiefe unter dem Egerbecken vermutet wird.
Da weitere Bebentätigkeit erwartet wird, bricht die Deutsche Task Force Erdbeben mit Sitz am GFZ zu einem Geländeeinsatz auf, bei dem etwa zehn spezielle Seismometer zur Registrierung von stärkeren Beben aufgestellt werden sollen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig, der Bergakademie Freiberg, der Universität Potsdam und der Bauhausuniversität Weimar.
Schwarmbeben sind typisch für vulkanische Aktivität tief unter der Erde. Die Region im Dreiländereck Sachsen-Bayern-Böhmen gilt als eines der seismisch aktivsten Gebiete in Deutschland. Im Zeitraum einiger Tage bis mehrerer Wochen kann es hier bei Schwarmbeben zu Tausenden von schwachen Erdstößen kommen. Die Spannungen entladen sich nicht in einem großen Einzelbeben, sondern in vielen kleinen Minibeben.
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