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Ja zu Mensch-Tier-Embryonen
(23. Oktober 2008/fa.) - Das britische Unterhaus billigt die Herstellung von Mensch-Tier-Embryonen für die medizinische Forschung.
355 Abgeordnete votierten bei der Abstimmung für den Text, 129 Abgeordnete stimmten dagegen. Neben der Herstellung von Mischwesen, sogenannten Chimären, erlaubt das Gesetz auch, sogenannte „Rettungsgeschwister“ oder „Designerbabys“ zu produzieren. Das sind Kinder, die künstlich gezeugt werden, um dank des ähnlichen Erbmaterials einem kranken Geschwister zu helfen.
Bei der Herstellung von Chimären wird menschliches Erbgut in Eizellen von Tieren eingeführt. Der daraus entstehende Embryo wird in der Stammzellenforschung verwendet. Dort besteht ein Mangel an „Material“. Menschliche Eizellen für die Forschung werden immer knapper und teurer. Es fehlt an Spenderinnen.
Die Herstellung von Chimären ist deshalb ethisch umstritten, weil es die Türe zum Missbrauch, etwa der Züchtung von Zwitterwesen aus Menschen und Tieren, öffnet.
Noch etwas ermöglicht das vom britischen Unterhaus gebilligte Gesetz: Den erleichterten Zugang von lesbischen Frauen und Single-Frauen zur künstlichen Befruchtung. Homosexuelle Paare können sich ihren von der Natur her unmöglichen Kinderwunsch nun leichter auf dem Weg künstlicher Befruchtung erfüllen.
Stimmt auch das Oberhaus dem Gesetz zu, könnte es schon im November in Kraft treten. Entschieden für die Chimären-Forschung ist der britische Premierminister Gordon Brown. Sein Sohn Fraser leidet unter Mukoviszidose, einer Krankheit, von der man annimmt, dass sie eines Tages dank der Stammzellforschung therapierbar werden könnte.
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