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Preussler und seine "kleine Hexe"

(27. Oktober 2008/idea.) – Haben die Kritiker des Kinderbuchs „Die kleine Hexe“ recht, wenn sie dem Autor Otfried Preußler (Rosenheim) vorwerfen, okkulte Praktiken zu verharmlosen?

Mit diesem Vorwurf wollte 1992 eine Elterninitiative erreichen, dass besagtes Buch aus einem Kindergarten im fränkischen Lehrberg bei Ansbach entfernt werde. Sie rügte, dass Kinder verführt würden, sich mit der auf einem Besen zum Blocksberg fliegenden Hexe zu identifizieren. In den Medien wurden die Eltern damals lächerlich gemacht.

Seither haben an vielen Orten Elterninitiativen gegen die „Kleine Hexe" protestiert und sich den Spott aufgeklärter Pädagogen zugezogen. Doch Preußler selbst hat inzwischen berichtet, aus einer Familie mit übernatürlichen Fähigkeiten zu stammen.

Dem Nachrichtenmagazin Focus (München) vertraute er an, dass er „ein bisschen Weissmagier“ sei. Weisse Magie unterscheide sich von schwarzer dadurch, dass man Gutes bewirke. Allerdings müsse man auch dazu „ein Bündnis mit dem Teufel eingehen", so Preußler, der am 20. Oktober 85 Jahre alt wurde. 

Nach Ansicht des Vorsitzenden der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern, Andreas Späth (Ansbach), bedeutet Preußlers Eingeständnis eine Rehabilitierung der Kritiker der „Kleinen Hexe". Sie hätten zu Recht vor einer positiven Darstellung des Okkulten gewarnt, ohne zu ahnen, dass es 15 Jahre später sogar Zeitschriften gebe, die Grundschulkinder unverhohlen zum Ausprobieren magischer Rituale ermutigten. Auch in vielen Schulen, so Späth weiter, seien selbst im Religionsunterricht fremdreligiöse Kultgegenstände wie Mandalas und tibetanische Klangschalen verbreitet.



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