Gletschermumie Ötzi hat keine Verwandten mehr
(31. Oktober 2008/fa.) – Untersuchungen des Erbmaterials der Gletschermumie „Ötzi“ ergaben, dass er zu keiner der heute bekannten genetischen Gruppen gehört. Forscher fanden einen bislang unbekannten Typ von mitochondrialer DNA in seinem Erbgut.
Erstmals haben Wissenschaftler das Erbgut in den „Energiekraftwerken“, in der mitochondrialen DNA, untersucht. Von dem Ergebnis zeigten sich die Forscher aus Italien und Grossbritannien überrascht. Der mitochondriale Typ von Ötzis DNA war bislang unbekannt.
Frühere Untersuchungen des Erbgutes hatten gezeigt, dass Ötzi einer genetischen Linie angehört, die mit „Haglotyp K“ bezeichnet wird. Zu dieser gehören acht Prozent der heute lebenden Europäer.
Das Erbgut von Ötzi fällt jedoch in eine Untergruppe, die sich in drei weitere Linien aufspaltet. Ötzi gehört zu keiner dieser Linien. Damit gehört er wahrscheinlich zu einer Bevölkerungsgruppe, die ohne Nachkommen geblieben ist.
Es ist aber auch denkbar, dass diese Linie, die von den Forschern jetzt „Ötzis Zweig“ genannt wird, bisher noch nicht entdeckt wurde, weil sie sehr selten ist.
Der Gletschermumie wird ein Alter von 5300 Jahren zugeschrieben. Die Genom-Sequenz von Ötzi ist die älteste eines modernen Menschen, die Wissenschaftlern zur Verfügung steht.
Die Studie ist im Fachmagazin «Current Biology» publiziert worden.
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