Iran: Urananreicherung wird fortgeführt
(08. Dezember 2008/tl.) – Der Iran beabsichtigt nicht, seine Nuklearaktivitäten jemals zu stoppen. Dies ist die Antwort des Aussenministeriums in Teheran auf aktuelle Äusserungen des designierten US-Präsidenten Barack Obama. Die Internationale Atomenergiebeörde warnt: Teheran ist der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen "so nahe wir nie zuvor".
Der künftige Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, hatte mitgeteilt, dass er bereit sei, der Islamischen Republik wirtschaftliche Anreize anzubieten, damit sie ihr Atomprogramm einstelle. Teheran wies dieses Angebot, wie in den zurückliegenden Jahren auch vergleichbare Angebote der Europäer, umgehend zurück.
Ministeriumssprecher Hassan Qashqavi meinte zu dem Angebot Obamas: „Während sie an ihrer früheren Ansicht in Bezug auf einen Abbruch der Urananreicherung festhalten, ist unsere Antwort: ‚Der Iran wird seine Urananreicherung niemals einstellen.’“ Die Amerikaner müssten das Recht des Iran auf Nukleartechnologie anerkennen.
Die Urananreicherung ist der Teil des iranischen Atomprogramms, der dem Westen am meisten Sorge bereitet, da hoch angereichertes Uran die materielle Voraussetzung für Atomsprengköpfe ist.
Unterdessen hat der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed ElBaradei, gegenüber der Los Angeles Times betont, dass die bisherigen Bemühungen der internationalen Gemeinschaft um eine Zügelung der atomaren Ambitionen des Iran vollends gescheitert seien. Teheran sei den Mitteln zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen so nahe wir nie zuvor. Diese erklärte El Baradei gegenüber der Los Angeles Times.
Bereits seit Jahren lässt der Iran keinen Zweifel daran, dass er nicht gedenkt, auf sein Atomprogramm zu verzichten. So hatte Irans Präsiden Ahmadinedschad etwa im Februar 2006 die Erklärung von Angela Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz, man wolle und werde iranische Atomwaffen verhindern, mit folgenden Worten quititert: "Ihr könnt noch so viele Resolutionen dieser Art verabschieden, aber ihr könnt den Fortschritt im Iran nicht verhindern. Wir danken Gott, dass er es so eingerichtet hat, dass unsere Feinde Idioten sind".
Zur Fortsetzung des iranischen Atomprogramms hatte Ahmadinedschad bereits mit den Worten unterstrichen, der Iran sei "ein Zug ohne Bremsen und Rückwärtsgang".
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