Menschenrechte: Für viele Christen unerreichbar
(11. Dezember 2008/fa.) – Vor 60 Jahren wurde die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ verfasst und als Artikel 18 in die UN-Charta aufgenommen. Für 200 Millionen verfolgte und diskriminierte und verfolgte Christen weltweit existieren diese Rechte nur auf dem Papier.
Drei Viertel der Opfer von Verstössen gegen die Glaubensfreiheit weltweit sind Christen. Darauf weist die christliche Hilfsorganisation „Open Doors“ hin, die sich für verfolgte Christen einsetzt.
Artikel 18 der UN-Charta sieht nicht nur Religionsfreiheit vor, sondern auch das Recht, seine Religion zu wechseln und in Gemeinschaft mit anderen in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Kulthandlungen zu bekunden. „Doch das ist beispielsweise Muslimen, die Christen wurden, in islamischen Ländern strikt verboten", so Open Doors.
„Wir bitten daher um Gebet und Hilfe besonders für Christen in der islamischen Welt“ sagt Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland (Kelkheim). Denn die Scharia, das islamische Recht, steht nach islamischer Vorstellung über jedem menschlichen Recht und wird als Grundlage für Menschenrechte im Islam definiert.
„Ehemalige Muslime werden daher häufig aufgrund ihres Abfalls vom Islam verhaftet, gefoltert, zwangsverheiratet oder gar getötet, wenn sie nicht zum Islam zurückkehren“, so Markus Rode. Jedes Jahr zeigt Open Doors mit dem Weltverfolgungsindex, in welchen Ländern Christen am stärksten verfolgt werden. Darunter sind zahlreiche Länder, die die Menschenrechtserklärung unterzeichnet haben. „Ihre Unterschrift war offensichtlich nur ein rein formeller Akt“, so Rode.
Im Iran oder Saudi Arabien droht einem Muslim, der Christ wurde, strafrechtlich die Todesstrafe. In Eritrea treiben Registrierungsauflagen und staatliche Kontrolle der kirchlichen Aktivitäten zahlreiche Christen in den Untergrund. Derzeit sind rund 2.000 Christen in dem ostafrikanischen Land in Militärlagern, unterirdischen Kellerverliesen oder Schiffscontainern gefangen.
Im Irak fliehen Tausende Christen vor der blutigen Gewalt durch religiöse Eiferer und beklagen mangelnden Schutz vonseiten der Behörden. In Indien, der grössten Demokratie der Welt, werden Christen von extremistischen Hindunationalisten ermordet und nicht selten schauen Polizisten oder Landespolitiker weg oder reagieren nur schwerfällig.
Open Doors kritisiert die hiesigen Medien: „Sie scheinen an den Massakern an Christen nur wenig Interesse zu haben“. Die Facetten der Verstösse gegen die Religionsfreiheit sind vielfältig: „Doch erst nach dem Tod von Hunderten von indischen Christen sind erste Reaktionen wahrnehmbar und Politiker verurteilen die Gewalt gegen Christen“, sagt Markus Rode.
Auch wenn einige Politiker hinter den Kulissen in Gesprächen mit Regierungsmitgliedern aus Verfolgerstaaten die Einhaltung der Glaubensfreiheit einfordern und zum Schutz der Christen drängen – sollten sie dies auch in der Öffentlichkeit verdeutlichen, fordert Open Doors. Hilfsprogramme und Wirtschaftsabkommen müssten an die Einhaltung der Menschenrechte geknüpft und diese auch eingefordert werden. „Nur dann ist eine Menschenrechtspolitik auch glaubwürdig“, so Markus Rode von Open Doors.
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