|
Ägypten: Erneut Gewalt gegen Kopten
(16. Dezember 2008/igfm.) - Immer neue Übergriffe von Muslimen gegen einheimische Christen in Ägypten? Deutsche Menschenrechtler appellieren an Bundesaussenminister Steinmeier.
Wie die in Frankfurt am Main ansässige Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erfahren hat, wurden am 10. Dezember 2008 im nordägyptischen Dorf Kafr Farag Guirgis koptische Christen von mehreren Tausend Muslimen angegriffen, weil sie einen Gottesdienst in einem neuen Gebäude abhielten. Die aufgebrachten Muslime warfen Brandsätze gegen das Gebäude. Schliesslich griff die Polizei ein, die das Gebäude evakuierte und schloss.
Aus Anlass des heutigen Treffens von Bundesaussenminister Steinmeier mit seinem ägyptischen Amtskollegen Ahmed Aboul Gheit, fordert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, Bundesminister Steinmeier auf, die zunehmende Diskriminierung der koptischen Bevölkerung in Ägypten zu thematisieren und sich für die Freilassung von Pastor Metaos Wahba einzusetzen, der am 12. Oktober 2008 zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde.
Die rund 1.300 Kopten von Kafr Farag Guirgis stellen mehr als 50 Prozent der Dorfbevölkerung. Im Dorf existieren vier Moscheen, jedoch keine christliche Kirche. So waren die Kopten seit zwölf Jahren gezwungen, ihre Gottesdienste in einem 100 Quadratmeter kleinen Raum abzuhalten. Als das Dach ihres Gebäudes einzustürzen drohte, zog die koptische Gemeinde in ein Gebäude der Diözese von Zagazig, das als Gäste- und Gemeinschaftshaus erbaut wurde.
Die muslimischen Bewohner des Dorfes und umliegender Dörfer reagierten verärgert auf den Umzug und griffen die Besucher des Gottesdienstes an. Die bedrohten Kopten wollten zunächst das Gebäude nicht verlassen, bereit, es zu verteidigen. Auf Anordnung übergeordneter Kirchenbehörden verliessen sie den Gemeinderaum schliesslich doch, berichtet die IGFM.
Bereits am 23. November 2008 kam es in Ain Schams, einem Viertel im Nordosten von Kairo, zu blutigen Übergriffen muslimischer Bewohner auf Christen, die sich zum Gebet versammelten. Mindestens acht Personen wurden verletzt.
Weitere Informationen unter: www.menschenrechte.de
zurück
|
|
 |
© FACTUM ONLINE 2011 Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit
Genehmigung der Redaktion. |
 |
|
|
|
|
|
 |
 |