Fünf-Minuten-Gebet aus dem "Gebetomat": 50 Cent
(18. Dezember 2008/kath.net/idea) – Besucher eines Weihnachtsmarktes in Berlin-Mitte können sich aus einem Automaten für 50 Cent ein Gebet ertönen lassen. Das Angebot ist multireligiös und reicht von „katholisch“ bis „Vodoo“.
Insgesamt stehen 300 Gebete oder religiöse Texte in verschiedenen Sprachen und von fast allen religiösen Gruppen zur Auswahl.
Der "Gebetomat", der äusserlich einem Passbildautomaten ähnelt, wurde von dem Berliner Künstler Oliver Sturm entwickelt. Er versteht seine Erfindung als "kleinsten, spirituellen Raum". Nicht nur auf Weihnachtsmärkten sollten solche Maschinen Zeit zur Besinnung bieten, sondern auch auf Bahnhöfen, Flughäfen und Raststätten, meint der Künstler. In dem Automaten werden nach seinen Worten "die Religionen alle gleichberechtigt präsentiert".
Einwände, spirituelles Fastfood anzubieten, weist er zurück: "Man könnte sagen, die Idee hat vielleicht eine gewisse Verwandtschaft mit Fastfood, aber das, was man bekommt, ist nicht Fastfood, sondern das sind schon sehr substanzielle Dinge." Er sieht im "Gebetomaten" auf dem Weihnachtsmarkt ein Sinnbild für die kommerzialisierte Besinnlichkeit zum Fest der Liebe. Eine Vielzahl der Gebete hat Sturm in Berliner Gemeinden aufgenommen. Die Reaktionen auf seine Maschine seien nach eigenen Angaben bisher durchweg positiv. Sein Lieblingsgebet sei eine Aufnahme aus dem Jahr 1908, auf der christliche Zulus Weihnachtslieder anstimmen: "Die sind so musikalisch und die gehen so ans Herz, dass ich jedes Mal mit Gänsehaut davor sitze, wenn ich das höre."
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