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Voller Hoffnung?

Abscheulichster Terror, erbärmliche Hungersnöte, schreckliche Katastrophen, erbitterte Kriege, wachsende Gottlosigkeit. Die Welt ist anfangs des 21. Jahrhunderts finster geworden. Meinen wir. Dabei ist sie das schon seit der Emanzipation der ersten Menschen von Gott. Wir leben jenseits von Eden. Wir leben in der Finsternis einer Welt, die stirbt. Man möchte fast den Mut verlieren. Unfassbares ereignet sich. Unergründlich bleibt oft auch das Handeln Gottes.

Rolf Höneisen

In Jeremia 13,15f. muss der Prophet dem Volk Juda Gericht ankündigen. Es ist eine letzte Chance: „Hört und gebt acht! Seid nicht überheblich; denn der Herr redet! Gebt doch dem Herrn, eurem Gott die Ehre...“ Und wenn die Menschen nicht umkehren, schlägt Gott dann genüsslich zu? Tausend Mal nein! Gott weint: „Wenn ihr aber nicht hören wollt, so wird meine Seele im Verborgenen weinen wegen eures Hochmuts; mein Auge wird unaufhörlich weinen und in Tränen zerfliessen...“

Die Barmherzigkeit Gottes suchte viele hundert Jahre später erneut einen Weg, um die Menschen zu sich zu rufen und aus der Finsternis zu befreien. In Christus kommt Gott in unsere leidvolle Welt hinein.

Jesus sprach nie von einer paradiesischen Erde: „Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.“ (Joh. 12,46) Die Dunkelheit ist die Ausgangslage für das irdische Wirken Jesu. Das Licht der Welt leuchtet auf: „...das Volk, das in Finsternis sass. Es hat ein grosses Licht gesehen; und denen, die sassen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen“ (Matth. 4,16). Mitten in unserer von Terror und Naturkatastrophen gebeutelten Welt hat die neue Welt Gottes längst begonnen! Ihr gehört die Zukunft, nicht dem Tod.

Tragen wir diese Hoffung in uns, indem unser Leben Christus gehört? Leuchtet sein Licht in uns? Dann soll es auch für andere zum Hoffnungsstrahl werden! Die Welt im 21. Jahrhundert braucht diese Hoffnung und Menschen, die sie leben und weitersagen. Das ist unser gemeinsamer Auftrag. Evangelisation wird angesichts von Terror und Leid nicht überflüssig, sondern erst recht lebenswichtig.

In einem Gastbeitrag in FACTUM 6/2005 schreibt der Missionswissenschaftler Friedemann Walldorf: „Unser Zeugnis sollte geprägt sein von Demut und Mut. Von der demütigen Erkenntnis, dass wir als Menschen begrenzt, verletzlich und aufeinander angewiesen sind und auch als Christen nicht alle Antworten haben. Und von dem Mut, Jesus Christus inmitten der Religionen, Weltanschauungen und Tragödien der Gegenwart als den einzigen Grund wirklicher Hoffnung, Versöhnung und Hilfe mit unserem ganzen Leben zu bezeugen: ‚Christus allein ist der Herr; haltet ihn heilig in euren Herzen und weicht vor niemand zurück! Seid immer bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand fragt, warum ihr so von Hoffnung erfüllt seid’“ (1. Petrus 3,15).

Das aktuelle Heft:
factum 1/2012


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