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Keine Hilfe für ein Neugeborenes

Der Film «22 weeks» basiert auf einer wahren Begebenheit. Er zeigt das Sterben eines Neugeborenen in einer Abtreibungsklinik.

Thomas Lachenmaier

Viele Tabus scheint es in den westlichen Gesellschaften nicht mehr zu geben, aber das Thema «Spätabtreibungen» gehört sicher dazu. Der Filmemacher Ángel Vázquez Manuel Soto aus Puerto Rico hat eine Begebenheit verfilmt, die sich tatsächlich zugetragen hat. Der Vorfall, der dem Film zugrunde liegt, ereignete sich in der EPOC-Klinik in Orlando, Florida.

Die schwangere Angele ist in die Klinik zu einer Spätabtreibung gekommen. Nach einer Injektion von Digoxin in das Herz des Kindes am Abend sollte es am anderen Tag als Totgeburt entbunden werden. Bei der medizinischen Vorbereitung der Abtreibung wird der todbringende Eingriff «versäumt», der jungen Frau werden nur Medikamente verabreicht, welche die Totgeburt unterstützen sollten.

Anderntags bringt die Frau das Kind in der Abtreibungsklinik zur Welt – es lebt. Sie schliesst sich mit ihrem Kind im Baderaum ein und versucht, es am Leben zu halten. Sie steht unter Schock, ist hilflos und verzweifelt. Der Anblick ihres Babys verändert für die junge Frau alles. Sie ruft das Klinikpersonal zu Hilfe. Aber niemand kümmert sich um sie. Und auch nicht um das Kind. Sie durchtrennt die Nabelschnur, badet den Säugling, betet und weint. Nach elf Minuten stirbt das Baby. Die Frau, auf deren Geschichte der Film basiert, beschrieb ihr Kind mit folgenden Worten: «Er war perfekt, etwas blass und ein wenig durchscheinend. Seine Augenbrauen waren blass, aber breit und gut definiert. Er war sehr schön, ein Pfund menschliches Leben.»

Der Regisseur hofft nun auf ein breites Medienecho auf seinen Film und dass er ihn auf einem Filmfestival zeigen kann. Es ist ihm bewusst, dass das schwierig wird. Ebenso schwierig wird es sein, für diesen Film einen Verleih zu finden.

Mit seinem dokumentarischen Werk wolle er keine Partei ergreifen, sagt Ángel Vázquez Manuel Soto. Es gehe ihm einzig darum, «eine wahre Geschichte zu erzählen und damit das Publikum zu erreichen». Worum es in dem Film geht, beschreibt er so: «Es ist ein Film über eine Frau, die sich für eine Abtreibung entscheidet und eine Abtreibung bekommt. Aber es ist auch die Geschichte einer Frau, die nach der Abtreibung realisiert, was sie getan hat, als sich eine Mutter-Kind-Beziehung entwickelt hat.»

So ist der Film «22 weeks» auch ein Film, der das Thema Verantwortung thematisiert. Die Mutter, auf deren Geschichte der Film basiert, entschied sich dazu, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, «damit niemandem anderen geschieht, was mir geschehen ist».

http://www.22weeksthemovie.com/index-flash.html

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