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Wie die Erde sprunghaft alterte
Die evolutionistische Weltsicht ist heidnischen Ursprungs. Eine kurze Geschichte über lange geologische Zeiträume.
Urs Leu
Gegenwärtig wird das Alter der Erde auf etwa 4,5 Milliarden Jahre beziffert. Als Grundlage für diese hohe Zahl wird nicht selten auf die absoluten Altersbestimmungsmethoden mittels radioaktiver Elemente verwiesen, die bekanntlich nicht unproblematisch sind. Zudem wird oft vergessen, dass die Auffassung einer langen Erdgeschichte nicht modern ist, sondern in der Antike wurzelt. Während des 15. bis 18. Jahrhunderts setzten sich auf rein philosophischer Basis wieder ähnliche Gedanken durch, die dann im 19. und 20. Jahrhundert naturwissenschaftlich untermauert werden sollten. Im Folgenden werden die philosophischen Grundlagen, die ein hohes Alter der Erde plausibel machten, kritisch beleuchtet.
Die Kontroverse um das Alter der Erde und das Alter der Menschheit, ja die gesamte Diskussion über Schöpfung oder Evolution ist nicht erst durch Charles Darwins 1859 erschienenes Werk «Über den Ursprung der Arten» entfacht worden, sondern zog sich bereits über Jahrhunderte hin. Die Geschichte dieser Diskussion zeigt eindrücklich, dass es dabei nicht um einen Schlagabtausch zwischen wissenschaftlich unterschiedlichen Positionen geht, sondern dass es letztlich ein ideologischer Zwist ist. Der Gedanke einer mehr oder minder zufälligen Erschaffung sowie Erklärungen der Welt- und Lebensentstehung mit evolutionistischem Charakter tauchen in vielen heidnischen Kulturen auf. Im Gegensatz dazu steht die biblische Schöpfungslehre. Es liegt nichts näher, als dass infolge des mittlerweile gut 500 Jahre andauernden Kampfes der Intellektuellen gegen die Bibel und den Gott der Bibel das dadurch entstandene Vakuum wieder durch alte, nicht biblische bzw. heidnische Gedanken gefüllt wurde. Gott wurde verdrängt und die alten Heidengötter mit ihren Lehren und Kosmologien zogen wieder ein. Dieser Mechanismus spielt heute auch in anderen Bereichen: Anstelle des Glaubens tritt wieder der Aberglaube, anstelle des Arztes wieder alte Zauberriten und obskure Heilpraktiken, anstelle des Schutzes der ungeborenen Leibesfrucht wieder die Abtreibung, anstelle der festen Mann-Frau-Beziehung wieder die sexuell freizügigere Gesellschaft usw.
Die evolutionistische Weltsicht ist heidnischen Ursprungs. Bereits das babylonische Enuma Elish Epos, das nach der herkömmlichen Chronologie um 2600 v. Chr. abgefasst worden sein soll, beinhaltet evolutionistisches Gedankengut. Es zeigt seinem Leser auf, wie alles aus chaotischen Wassermassen entstanden sei. Dieses frühe Evolutionssystem war Bestandteil der babylonischen Kultur, ja wurde innerhalb dieser Kultur geboren, die geprägt war von Götzendienst, Astrologie, Spiritismus und Zauberei. Auch im alten China und Indien treffen wir auf evolutionistische Modelle, ebenso bei den Persern, Syrern, Kanaanitern, Ägyptern, Griechen und Römern. Die Mythologien der Heidenvölker stellten die Erde in der Regel als sehr alt dar. So leiteten beispielsweise die meisten religiösen indischen Sekten der Frühzeit das Erdalter von kosmischen Zyklen ab und datierten es fast einheitlich mit 4 320 000 Jahren.
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