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Verfolgt, aber nicht verlassen

(30. April 2008) - Weltweit nimmt die Christenverfolgung zu, vor allem in islamischen Ländern. Unter Druck sind auch Christen in China – und das im Vorfeld der Olympiade.

Thomas Lachenmaier

Für das Bekenntnis zu Jesus Christus bezahlen der ägyptische Journalist Mohammed Ahmed Hegazy und seine Frau Zeinap einen hohen Preis. Sie müssen um ihr Leben fürchten. Sie sind im eigenen Land auf der Flucht, untergetaucht. Im Fernsehen fordern Rechtsgelehrte der Al-Azhar-Universität die Enthauptung von Mohammed Hegazy. Der Religionsminister fordert die Todesstrafe für Menschen, die zum christlichen Glauben übertreten.

Das Schicksal der Verfolgung, die keinen Grund hat ausser der Tatsache, dass jemand an Jesus Christus glaubt, teilt der 25-jährige Ägypter mit vielen Menschen in der ganzen Welt. 75 Prozent all derjenigen, die weltweit aus religiösen Gründen verfolgt werden, sind Christen. Exakte Zahlen sind schwierig zu ermitteln. Aber es ist unstrittig, dass keine andere Religionsgemeinschaft stärker Verfolgung und Unterdrückung ausgesetzt ist als die Nachfolger Jesu. 80 Prozent der Menschen, die ihres Glaubens wegen ermordet werden, sind Christen.

Es gibt verschiedene Gründe für die Verfolgung, die Christen erfahren. Aber über allen Gründen steht die Tatsache, dass das Reden von Gott in der gefallenen Welt zwangsläufig Widerspruch auf sich zieht. Wie sollte es auch anders sein? Das Leben des Mannes, zu dessen Nachfolge sich Christen bekennen, ist eine einzige Geschichte der Verfolgung.Nicht anders erging es seinen ersten Nachfolgern. Die Briefe des Paulus und dessen eigenes Leben künden davon. Jesus selbst ist es, der seine Gemeinde auf die Situation der Verfolgung vorbereitet hat: «Ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen.» Besonders gilt das für die Zeit, in der bereits «allen Nationen» das Evangelium gepredigt wurde, sagt die Bibel (vgl. Mark. 13,9–13, Matth. 10,17–22).

Es liegt ein Trost darin, dass das Leiden angekündigt ist: Christen sehen, dass ihre persönliche Not eingebettet ist in die Geschichte Gottes mit den Menschen. Sie erleben sich in der Verfolgung als Nachfolger ihres Herrn: «Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.»

Die Situation der Christen hat sich in vielen Ländern verschlechtert. Das betrifft nicht nur Staaten wie den Iran, wo dem Machtantritt von Präsident Mahmud Ahmadinedschad eine Welle der Christenunterdrückung folgte. Es gilt auch für die reichen Golfstaaten, für Ägypten und kleine Inselstaaten wie die Komoren oder Flächenstaaten wie den Sudan.
In China hatten sich im Vorfeld der Olympischen Spiele die Bedingungen für Christen dramatisch verschlechtert. Das berichtet Markus Rode, Leiter des überkonfessionellen Hilfswerks für verfolgte Christen Open Doors.

Die Überwachung der Hauskirchenbewegung habe drastisch zugenommen. Christen werden in Umerziehungslagern inhaftiert, von der Polizei verprügelt und mit Elektroschocks gefoltert. Open Doors weist unter anderem auf das Schicksal von Zhang Rongliang von der Hausgemeinden-Bewegung «China für Christus» hin. Zwölf Jahre verbrachte er bereits in Haft. Im Juli 2006 wurde er zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Mit der Diskriminierung und Verfolgung reagiert China auf eine Erweckungsbewegung. Keine andere Religion verbreite sich im Reich der Mitte so schnell wie das Christentum, meldete der Korrespondent des Berliner «Tagesspiegel», Harald Maas. Er zitiert den Christen Fan Yafeng mit den Worten: «Das spirituelle Bedürfnis, man könnte auch sagen Vakuum, ist gross.» Die Ersatzreligion Maoismus hat mit dem Tod des «Grossen Vorsitzenden» ausgedient. Das Christentum sei nicht nur bei der Landbevölkerung populär, sondern auch bei Akademikern. Es verwandelt die Menschen.

Lesen Sie den ganzen Artikel in factum 3/2008.

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