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"The Children of Men": Welt ging verloren...

(11. November 2005/factum) - Im November des Jahres 2027 herrscht Endzeitstimmung. Krieg und Terror überziehen die Erde und verbreiten Schrecken und Angst. Krankheiten grassieren. Die Umwelt ist verpestet. Die Menschheit ist aufgeteilt in Mächtige und Ohnmächtige und – die Menschen im Film «Children of Men» haben die Fähigkeit, sich fortzupflanzen, verloren. Egal, ob arm oder reich: Wer stirbt, der weiss: Es kommt keiner nach. Seit 18 Jahren wurde kein Kind mehr geboren.

Rolf Höneisen

Einzig in England scheint noch Ordnung zu herrschen, diktatorisch aufrechterhalten durch die Geheimpolizei und das Militär. Der Überwachungsstaat funktioniert. Bespitzelungen und Inhaftierungen gehören zum Alltag. Überall sichtbar ist der Abwehrkampf gegen die Ströme von Immigranten aus verarmten Ländern. Sie werden in Käfige gesteckt und ausgeschafft.

Gegner des Regimes arbeiten im Untergrund. Verrat und Gefahr lauern an jeder Ecke. Frei sprechen lässt sich nur in sorgfältig getarnten Verstecken im Wald oder auf abgelegenen Höfen. Die Regierung handelt totalitär, sie steht im Kampf gegen Terroristen. Das ist der düstere Stoff eines Politthrillers von P. D. James, jetzt dramatisch verfilmt vom mexikanischen Regisseur Alfonso Cuaron.

«Children of Men» zählte zu den Überraschungen am Filmfestival von Venedig. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, der Umweltsituation und den Bootsflüchtlingen, die übers Meer nach Europa strömen, erhält der fiktive Romanstoff Aktualität. Und noch etwas ist speziell: Selbst säkulare Medien erkennen in «Children of Men» Parallelen zum Evangelium von Jesus Christus. «Spiegel online» schrieb: «Die britische Grossproduktion ‹Children of Men› aber ist nun eine besonders blutige Version der Weihnachtsgeschichte.»

Weshalb die Frauen unfruchtbar wurden – ob durch genetische Manipulation oder durch Umwelteinflüsse – keiner weiss es. Christen demonstrieren auf der Strasse. Sie rufen zur Umkehr, führen die verlorene Fruchtbarkeit zurück auf ein Gericht Gottes. Die Menschheit altert unaufhaltsam ihrem Untergang entgegen. Ohne Kinder keine Zukunft. Mit dem Verstummen des Kinderlärms auf den Spielplätzen setzt die Hoffnungslosigkeit ein. Der Hauptakteur des Films, Theo (Clive Owen), spricht es aus: «Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich zum letzten Mal Hoffnung in mir spürte.

Doch ausgerechnet Theo wird dazu berufen, die letzte Hoffnung der Menschheit zu beschützen. Der Film «Children of Men» ist eine Art «humanistische Weihnachtsgeschichte». Der Film beginnt mit dem Knall einer Bombenexplosion und endet mit dem Schrei eines Babys und der darauffolgenden andächtigen Stille...
Lesen Sie den ganzen Artikel in FACTUM 8/2006.

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