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Die Bausteine einer antichristlichen Kultur
Die neue Spiritualität im Fokus der biblischen Prophetie. Wie eine antichristliche Kultur aufgebaut wird, ohne dass wir es merken.
Eugen Schmid
Wir erleben heute grundlegende Veränderungen in unserer Gesellschaft. Es gilt, diese zu beobachten, um dann bewerten zu können, ob sie sich mit den biblisch-prophetischen Ankündigungen decken. Denn immerhin besteht die Bibel zu einem Drittel aus prophetischen Aussagen. Aber gab es nicht immer wieder in der Geschichte turbulente Zeiten, in denen der Ausruf «Endzeit» erschallte? Leben wir in der Endzeit oder nicht?
Markante Erkennungszeichen sind die Gründung des Staates Israel, die Zunahme von Naturkatastrophen, hauptsächlich bedingt durch die von Menschen gemachte Klimaerwärmung, und der kulturellen und religiösen Entwicklung in der westlichen Welt. Der folgende Artikel untersucht die «neue Spiritualität» im Fokus der biblischen Prophetie. Bei meiner Auslegung der biblischen Prophetie achte ich auf kulturelle und religiöse Entwicklungen und führe nicht einseitig politische Spekulationen durch. Es kommt nicht in erster Linie auf die Identifizierung einer Person als Antichrist an, sondern auf die antichristliche Kultur und Religion. Die Namen von Personen, die in der Vergangenheit als Antichristen genannt wurden, kamen und gingen. Doch für jene grosse Entwicklung, welche die Kultur mit Religion vermischt, haben wir kein Auge!
Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Nationalsozialismus erlebten wir in Deutschland eine weitere Aufklärungsphase. Wir sind in einer Welt aufgewachsen, die grundsätzlich säkularisiert ist. Religiöse Vorstellungen wurden von der Politik getrennt. Unsere Kultur wird religionsfern erlebt und somit können wir gar nicht sehen, wie Kultur und Religion sich wieder in einer Neo-Romantik verbinden können. Der ältere Teil der Bevölkerung, der das Dritte Reich noch erlebte, hat eine Abneigung gegen eine Symbiose von Religion, Kultur und Politik. Aber eigentlich sollten gerade sie wissen, wie unmerklich sich solch ein Regime entwickeln kann.
«Niemand soll euch auf irgendeine Weise betrügen; denn wenn nicht zuerst der Abfall gekommen ist und der Mensch der Gesetzesfeindschaft sich offenbart hat, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und erhebt über alles, was Gott oder Heiligtum genannt wird, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt, indem er von sich vorgibt, er sei Gott [so kann der Tag des Herrn nicht kommen].» (2. Thess. 2,3–4)
Die Thessalonicher glaubten damals, dass «der Tag des Herrn unmittelbar bevorstände» (2. Thess. 2,2). Paulus verneinte dies und nannte die Behauptung sogar Betrug. Nun gibt es zwei Erkennungszeichen für das Ende der Zeit: das Auftreten des Abfalls und die Erscheinung des Menschen der Gesetzesfeindschaft, des so genannten Antichrists. Der Abfall und der Antichrist bedingen sich gegenseitig insofern, als dass der Antichrist nicht erscheinen kann, wenn der Abfall nicht geschehen sein wird. Aus diesem Grund ist es wichtiger, den Abfall zu beschreiben, als den Antichrist zu nennen, denn die Kultur des «Abfalls» ist auch die Kultur des Antichrists. In der Bibel steht, dass in der letzten Zeit der Abfall vom christlichen Glauben kommen wird. (...)
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