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Alter des Siloah-Tunnels bestätigt
Die Bibel ist historisch genau. C14-Test bestätigt das Alter des Siloah-Tunnels. Ein weiterer archäologischer Beweis.
Von Alexander Schick; Rolf Höneisen
Das archäologische Alter des Siloah-Wasser-Tunnels in Jerusalem deckt sich mit der zeitlichen Einordnung durch biblische Berichte. Aktuelle Untersuchungen israelischer Wissenschaftler zeigen, dass der Tunnel etwa 700 vor Christus gebaut wurde. Laut Bibel (zweites Buch der Könige 20,20 und zweites Buch der Chronik 32,3–4) ist der Tunnel während der Regentschaft des Königs Hiskia entstanden, der von 716 bis 686 vor Christus regierte. Ihre Studie stellen die Forscher um Amos Frumkin von der Universität Jerusalem im Fachjournal “Nature” (Bd. 425, S. 169) vor.
Der Wassertunnel wurde damals gebaut, um Jerusalem mit der Gihonquelle zu verbinden. Die Stadt war von ihrem Wasser abhängig. Die Quelle befand sich ausserhalb der Stadtmauer. Deshalb bestand die Gefahr, dass den Einwohnern bei einer Belagerung das Wasser abgeklemmt würde. Also trieb man von der Quelle aus westwärts einen Tunnel in den Fels. Er endete in einem senkrechten Schacht innerhalb der Stadtmauer. Für die damalige Zeit war der Bau dieses gewundenen Kanals eine Meisterleistung.
Risse im Tunnelgestein wurden mit einer Schicht aus Putz gekittet. Und exakt aus diesem Material haben nun die Wissenschaftler Pflanzenteile isoliert, deren Alter sie mit Hilfe der Kohlenstoff-14-Methode bestimmen konnten. Auch einen Tropfstein (ein Stalaktit), der erst nach dem Bau des Tunnels durch von oben eindringendes Wasser entstanden sein kann, untersuchten die Forscher. Die Altersbestimmung bestätigte die bisherigen Ergebnisse, die den Tunnel zum bislang am genauesten datierten biblischen Bauwerk aus der Eisenzeit machen.
Durch die gefundenen Übereinstimmungen der naturwissenschaftlichen Ergebnisse mit der Bibel kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die biblischen Texte als zuverlässige historische Quellen über den Bau des Tunnels gewertet werden können. Selbstverständlich ist das die Bibel überhaupt.
Im Jahre 1880 entdeckten badende Kinder im Tunnel folgende Bauinschrift in althebräischer Sprache (Die Tafel befindet sich heute im Museum Istanbul): “...[vollendet wurde] der Durchbruch: Als noch ... (die Arbeiter ihre?) Hacken (schwangen?), jeder zu seinem Gefährten hin, und als noch 3 Ellen zu durchbohren [waren, wurde gehö]rt die Stimme eines jeden, der seinen Genossen rief, denn es war ein Spalt (?) im Felsen von rechts nach [link]s. Und am Tag des Durchbruchs begegneten sich die Arbeiter Mann gegen Mann, Hacke gegen Hacke, und das Wasser floss von der Quelle zum Teich, 1200 Ellen weit, und 100 Ellen war die Dicke des Felsens über den Köpfen der Arbeiter.”
Lange galt das Zusammentreffen der beiden Bautrupps, die aufeinander zuarbeiteten, als Rätsel. Vor einiger Zeit war ein Versuch erfolgreich, der zeigte, dass die Bautrupps von oberhalb mit Klopfzeichen geleitet wurden. Zudem wurden kleine Schächte entdeckt, durch die man hinunterrufen konnte, um auch so den Bauarbeitern Orientierung zu geben.
Die Siloah-Inschrift zählt zu den wichtigsten Dokumenten des vorexilischen Hebräisch. Eine detailgetreue Kopie ist in der Qumran- und Bibelausstellung Sylt zu sehen.
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