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Riesenmuschel im Roten Meer entdeckt

Kaum identifiziert, landete Tridacna costata auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.

Thomas Lachenmaier

Wissenschaftler des Zentrums für Marine Tropenökologie (ZMT) der Universität Bremen und des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft haben im Roten Meer eine bisher unbekannte Riesenmuschel entdeckt. Tridacna costata lebt in Korallenriffen und wird bis zu 40 Zentimeter lang.

Dies ist die erste Neubeschreibung einer Riesenmuschel seit mehr als 20 Jahren. Dass Tridacna costata erst jetzt entdeckt wurde, hat die Wissenschaftler selbst überrascht. Die Muschelart ähnelt zwei anderen grossen Muschelarten, die ebenfalls im Roten Meer leben. Sie lebt festsitzend auf dem Dach von Korallenriffen im leicht zugänglichen flachen Wasser. «Das hat uns schon gewundert», so Prof. Claudio Richter vom Alfred-Wegener-Institut, «dass bisher niemand über diese deutlich sichtbaren Besonderheiten wie den stark gezackten Schalenrand gestolpert ist.»

Die neue Muschelart fiel den Wissenschaftlern bei Kultivierungsexperimenten auf. Im Rahmen eines deutsch-jordanischen Kooperationsprojektes suchten die Meeresbiologen nach Möglichkeiten, die Riesenmuschel Tridacna maxima zu züchten. Die Muschel ist bei Aquarianern sehr beliebt und eine erfolgreiche Zucht könnte nicht nur die Nachfrage auf diesem Sektor bedienen, sondern auch die dezimierten Bestände im Roten Meer aufstocken. Riesenmuscheln werden auch heute noch entlang ihres gesamten Verbreitungsgebietes gegessen, aber auch wegen ihrer Schalen gesammelt. Um die Identität der bislang unbekannten Muschelart zu klären, wurden Molekulargenetiker der Universität Bremen an den Untersuchungen beteiligt. Eine genetische Stammbaum-Analyse ergab, dass es sich bei Tridacna costata um eine eigenständige Art handelt.

Als fossile Muschelart war Tridacna costata den Forschern schon lange bekannt. Sie war in früherer Zeit in dem untersuchten Gebiet sehr verbreitet, ihr Anteil an den Riesenmuscheln betrug einmal 80 Prozent. Heute gehören nur noch weniger als ein Prozent der gefundenen Muscheln dieser Art an. Kaum entdeckt, ist die neue Art von der Internationalen Naturschutzunion auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Arten gesetzt worden.

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