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Wirbelstürme werden heftiger

Warmes Wasser fördert Wirbelstürme; NOAA Insgesamt haben die tropischen Wirbelstürme nicht zugenommen. Doch die Zahl der Hurrikans mit gefährlicher Intensität hat sich nach einer Phase der Ruhe in den letzen Jahren verdoppelt.

Rolf Höneisen

Tropische Wirbelstürme, die mit Geschwindigkeiten bis zu 300 Kilometern pro Stunde meist im Spätsommer über Land und Meer fegen, bilden sich bevorzugt auf der Nordhalbkugel, etwa über dem Nordatlantik, dem Karibischen Meer oder dem Golf von Mexiko.

Die Oberflächentemperatur des Wassers muss mindestens 26 Grad Celsius betragen, damit die gewaltigen Tiefdruckwirbel durch die extreme Verdunstung entstehen können. Je wärmer das Wasser wird, desto mehr davon verdampft und die Stürme erhalten entsprechend mehr Volumen.

Der US-Forscher Kerry Emanuel (Massachusetts Institute of Technology, MIT) berechnete, dass die Intensität der Wirbelstürme in den vergangenen drei Jahrzehnten zugenommen hat. Bislang hätten sich die Untersuchungen der Klimadaten auf die Häufigkeit der tropischen Naturkatastrophen konzentriert, schreibt Emanuel im Fachmagazin «Nature». Dabei konnte jedoch kein eindeutiger Trend ermittelt werden. Kerry Emanuel hält die reine Zählstatistik für den falschen Ansatz: Die Häufigkeit der Stürme allein sei kein geeignetes Mass für die Gefahr, die von ihnen ausgehe. Ihre Gefährlichkeit hänge vielmehr von der Intensität ab – also von der Windstärke, der Ausdehnung und der Dauer eines Sturms.

Tropische Wirbelstürme können einen Durchmesser von bis zu 500 Kilometern erreichen. Im Zentrum, dem so genannten Auge, ist es windstill. Um diesen bis zu 50 Kilometer grossen Kern rotieren die Luftmassen mit all ihrer Verwüstungskraft: Grosse tropische Wirbelstürme können bis zu 3,6 Millionen Tonnen Luft bewegen.

Kerry Emanuel entwickelte eine Formel, mit der er das Zerstörungspotential vergangener Stürme berechnen kann. Er berücksichtigte die Ausdehnung, die Windgeschwindigkeit, den Radius und die Dauer des Wirbelsturms. Seine Analyse ergab: Die Energiemenge, die von tropischen Wirbelstürmen im Nordatlantik und Südpazifik freigesetzt wird, hat seit den siebziger Jahren deutlich zugenommen. Die Windgeschwindigkeit und die Sturmdauer haben sich durchschnittlich um 20 Prozent gesteigert.

Emanuels Ergebnisse werden von anderer Seite bestätigt. Auch wenn nicht mehr Tropenstürme als vor 30 Jahren wüten, sind dennoch Unterschiede erkennbar. In den 70er Jahren hatten damals durchschnittlich elf Hurrikans die höchsten Stufen vier und fünf. Seit 1990 wird diese Kategorie dagegen 18 Mal im Jahr erreicht. Das geht aus einer in «Science» veröffentlichten Studie hervor.

In der Kategorie fünf werden Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Kilometern pro Stunde erreicht, in der Kategorie vier liegen sie zwischen 210 und 250 Stundenkilometern.

Wie Peter Webster (Georgia Institute of Technology) in seinem Bericht schreibt, ist die Oberflächentemperatur der Ozeane zwischen 1970 und 2004 in der gesamten tropischen Zone um fast ein Grad Celsius gestiegen; parallel dazu wuchs auch die Stärke der Wirbelstürme. Dieser Umstand ist für Webster nicht mehr mit natürlicher Schwankung zu begründen.

Einige Zahlen aus der Studie: Zwischen 1975 und 1989 gab es im westlichen Atlantik und der Karibik insgesamt 16 Hurrikans der Stärke vier oder fünf. Zwischen 1990 und 2004 waren es 25. Im östlichen Pazifik, wo die Wirbelstürme als Taifune bezeichnet werden, wurde in den entsprechenden Zeiträumen ein Anstieg von 36 auf 49 registriert, im westlichen Pazifik von 85 auf 116. Im südwestlichen Pazifik betragen die Vergleichszahlen 10 und 22, im Indischen Ozean 24 und 57. Der letzte dieser Super-Hurrikans war «Katrina», der im Süden der USA eine Fläche von der Grösse Grossbritanniens zerstörte und die Stadt New Orleans im Wasser untergehen liess.

Über das Leid der betroffenen Menschen berichteten die Medien täglich. Die Schuld für die grosse Not wurde rasch der amerikanischen Regierung, allen voran dem Präsidenten, zugeschrieben. Sofort ging ein Politstreit los und Michael Moore sammelt Material für einen weiteren Film gegen George W. Bush. Geholfen wurde damit den Notleidenden nicht.

Im Zusammenhang mit dem verheerenden Sturm, der in seiner Zerstörungswucht einmalig ist in der Geschichte der USA, wurden auch Beobachtungen gemacht, die wenig bekannt sind.

Beispielsweise ist es eine unerklärliche Tatsache, dass der Hurrikan sich kurz vor dem Landgang von Stärke 5 auf 4 mässigte, als hätte jemand eine Bremse angezogen. Diese Abschwächung ist deshalb ungewöhnlich, weil der Luftdruck beim Erreichen der Küste noch 910 Millibar betragen hatte – das ist ein extrem bedrohlicher Wert! «Doch ‘Katrina’ hatte sich auf einmal enorm abgeschwächt», sagte Hurrikan-Experte Stanley Goldenberg von der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA).

Meteorologe Goldenberg gehört zu einem Team, das zur Erforschung der Monsterstürme per Flugzeug bis in deren Mitte, ins Auge der Hurrikans, vordringt. So auch bei «Katrina». Mit einer Lockheed WP-3D Orion durchstiess der Pilot Mike Silah am 28. August die Wolken und flog im windstillen Auge des Sturms mit. Silah fotografierte die Wolkenwand des tobenden Kessels, den Rand des Sturmauges, von innen. Dann zeigten seine Messgeräte noch etwas Spektakuläres: Um den Wolkenring im Zentrum des Wirbelsturms hatte sich ein zweiter, schnell rotierender Ring gebildet. Der äussere Ring schnitt den Energiezufluss nach innen ab und bremste damit die Wucht des Hurrikans! New Orleans wäre sonst von noch weit schlimmeren Winden gepeinigt worden.

Goldenberg: «Ohne diesen zweitenWolkenring wäre der Superdome zerfetzt worden!» In dieses Footballstadion waren 25000 Menschen geflüchtet. Der Sturm beschädigte aber lediglich das Dach der riesigen Anlage, in der zu normalen Zeiten hunderttausend Menschen ihren Footballstars zujubeln, als wären es Götter.

Im Dezember letzten Jahres veröffentlichte NOAA eine Sturmstatistik. Nach diesen Zahlen war die Hurrikan-Aktivität zwischen 1920 und 1960 anzahlmässig bereits einmal sehr stark. Dann – bis Mitte der neunziger Jahre – nahm sie deutlich ab. Seither nimmt sie aber wieder spürbar zu. «Katrina» reiht sich da nahtlos in die aufkommende Welle von Stürmen ein.

Das Sturmaufkommen – auch die Beobachtung ihrer wachsenden Intensität – gleicht damit den Erdbeben-Ereignissen. Auch sie verlaufen wellenartig oder anders gesagt – wehenartig, das heisst stärker und häufiger werdend und dann wieder nachlassend, doch in ständig kürzeren Abständen und in heftigeren Ausschlägen.

In seiner Beschreibung der Vorzeichen des Endes dieses Äons sagte Jesus Christus unter anderem: «… Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Hungersnöte und Erdbeben werden bald diese Gegend heimsuchen und bald jene. Doch das alles ist erst der Anfang, es ist ‘wie’ der Beginn von Geburtswehen» (Matth. 24,7 und 8).

Lukas zitiert Jesus mit den Worten:
«… An Sonne, Mond und Sternen werden Zeichen zu sehen sein, und die Völker auf der Erde werden in Angst und Schrecken geraten und weder aus noch ein wissen vor den tobenden Wellen des Meeres. Die Menschen werden vergehen vor Angst und vor banger Erwartung dessen, was noch alles über die Erde kommen wird; denn sogar die Kräfte des Himmels werden aus dem Gleichgewicht geraten. Und dann werden sie den Menschensohn mit grosser Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. Wenn diese Dinge zu geschehen beginnen, richtet euch auf und fasst Mut, denn dann ist eure Erlösung nahe» (Luk. 21,25 bis 28).

Vor diesem apokalyptischen Hintergrund klang die Meldung der Wetterforscher von NOAA zwei Tage nach dem Verstummen von «Katrina» grad harmlos. Auf der Sonne wurde ein helles Flackern gesichtet. NOAA warnte vor starken Sonneneruptionen. Der Massenausstoss der Sonnenkorona kann elektromagnetische Systeme auf der Erde stören.

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