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Versteinerter Urwald in Kanada
In der kanadischen Arktis war es früher sehr viel wärmer. Unerwartet entdeckten Geologen hier einen versteinerten Wald.
Rolf Höneisen
Im Rahmen ihrer dreieinhalb Monate dauernden Arktis-Expedition CASE 11 in den Norden Kanadas haben Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und des Staatlichen Museums für Geologie und Mineralogie Dresden fossile Überreste tertiärer Urwälder entdeckt.
Der überraschende Fund gelang den Forschern auf dem letzten Abschnitt ihrer Expedition im Süden von Ellesmere Island. Einige versteinerte Baumstümpfe stehen heute noch so da wie damals, als sie noch lebten und einen dichten Urwald bildeten.
Die Baumreste ragen teilweise noch bis zu 1,5 Meter in die Höhe. Andere, bis zu 10 Meter lange fossile Baumstämme liegen flach auf dem Boden. «Das fossile Holz ist so gut erhalten, dass die Jahresringe noch zu erkennen sind», erzählt die Paläobotanikerin Martina Dolezych. «Die Holz- und Blattfunde weisen darauf hin, dass die Wälder überwiegend aus Mammut- und Laubbäumen bestanden.»
Nach der herkömmlichen geologischen Zeitskala wird das Alter des ehemaligen Waldes auf 55 Millionen Jahre datiert. Auch wenn man diese Zahl weglässt, war es so, dass in der Urzeit, wo dieser Wald existierte, Teile der Arktis, Nordamerikas und Nordgrönlands noch miteinander verbunden waren.
«Obwohl diese Gebiete damals fast so weit nördlich lagen wie heute, spricht die Existenz dieser ausgedehnten Wälder für ein generell und weltweit sehr viel wärmeres Klima im Tertiär», so BGR-Geologe und Expeditionsleiter Karsten Piepjohn. Tatsächlich waren zu dieser Zeit die Polargebiete der Erde vollständig eisfrei und im Süden Deutschlands herrschte ein subtropisches Klima.
Ziel der Expedition CASE 11 waren geophysikalische und geologische Untersuchungen auf Ellesmere Island, einem der nördlichsten Landgebiete der Erde. An der Forschungsreise nahmen insgesamt 34 Wissenschaftler, Techniker und logistisches Personal teil. Das Basislager lag am Taconite Inlet am 83. Breitengrad, knapp 800 Kilometer vom Nordpol und 650 Kilometer von der nächsten Siedlung entfernt.
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