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Ein Wald im Sand

In Amerika wurde ein gut erhaltener, jahrtausend alter Wald gefunden. In einer kostspieligen Aktion wurde er wissenschaftlich untersucht. Eine interessante Studie über prähistorische Wälder.

von Lorenz Keller

Einen Tannenwald, Jahrtausende alt und fast in seinem ursprünglichen Zustand studieren zu können, diese einmalige Chance hatten Wissenschaftler in einer ehemaligen Sandgrube in Michigan. Beim Sandabbau wurde dort ein Wald entdeckt.

Nach Angaben der Forscher waren die Bäume gegen Ende der letzten Eiszeit durch Gletscherbäche mit feinem Gesteinsmehl zugedeckt worden. Die meisten der gefundenen Bäume stehen noch heute aufrecht. Im Sediment konnten zudem Pollen, Zapfen und sogar Moose gefunden werden.

Der Wald besteht aus mehreren hundert Bäumen. Er weist eine erstaunliche Ähnlichkeit mit heutigen Wäldern auf. Verblüffend ist nicht nur die Ähnlichkeit. Die Paläontologen waren von der Tatsache überrascht, dass die meisten Bäume anscheinend sehr schnell zugedeckt worden waren. Die Bäche hatten über eine enorm hohe Sedimentationsfracht verfügt.

Das verhältnismässig junge Alter und der gute Zustand der Bäume ermöglichen detaillierte Untersuchungen. Die Forscher erhoffen sich auch Rückschlüsse auf die Ursache bei ähnlichen "buried forests", die wesentlich älter und meist fossilisiert sind. Dazu wurden mehr als 200 Baumquerschnitte und weitere Proben entnommen.

Die Feldarbeiten geschahen unter Zeitdruck, da das Untersuchungsgebiet im Grundwasser liegt und mit starken Pumpen und Drainagen trocken gehalten wurde. Gut, dass die Bäume unter Wasser standen. Stünden sie im Schwankungsbereich oder oberhalb des Grundwassers, so wären diese paläontologischen Dokumente längst verrottet und der Nachwelt vorenthalten geblieben.

(c) factum online, 20. April 2000

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