Auch Bublath unterdrückt die Evolutions-Diskussion
Eine weitere ZDF-Sendung zum Thema Evolution gerät in die Kritik. Grund: Wiederum wurde jegliche Diskussion im Keim erstickt. Der Geschäftsführer der Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“, Reinhard Junker, wirft der Wissenschaftssendung „Jochaim Bublath“ deshalb journalistische Mängel. Einmal mehr seien die Sachargumente des „Intelligent Design“ nicht objektiv dargestellt worden.
Rolf Höneisen
Am 7. Dezember 2005 strahlte das ZDF in der Sendung „Joachim Bublath“ den Beitrag „Evolution – der Glaubenskrieg“ aus. Darin wurde die von Charles Darwin (1809-1882) ausgehende Theorie über die Entwicklung des Lebens als wissenschaftlich gesicherte Tatsache dargestellt, während christliche Kritiker als „religiöse Eiferer“ und „Sektierer“ bezeichnet wurden.
FACTUM-Leser Rolf Claussnitzer wandte sich schriftlich an die ZDF-Redaktion: „Wieso kommen die ZDF-Informationen über ‚Intelligentes Design’ vom Neodarwinisten Bublath und nicht von seinen Vertretern, die es im In- und Ausland gibt? Wieso muss ich als Christ, der an seinen intelligenten Schöpfer glaubt, mit meinem Rundfunk- und Fernsehbeitrag die atheistische Häme des Herrn Bublath mitfinanzieren?“
Auch seitens der Studiengemeinschaft „Wort und Wissen“, die evolutionskritisch argumentiert, wird Unverständnis über den Beitrag signalisiert. „Es ist für eine Wissenschaftssendung nicht akzeptabel, dass sie die sachlichen Argumente der Evolutionskritiker übergeht und statt dessen die Personen angreift“, so der Biologe und „Wort und Wissen“-Geschäftsführer Dr. Reinhard Junker gegenüber der Nachrichtenagentur idea. Damit werde jede inhaltliche Diskussion im Keim erstickt.
Die in der Sendung vorgebrachten angeblichen Beweise für die Evolutionstheorie sind – so Junker – unseriös. Dass äusserlich ähnliche Wesen wie Mensch und Schimpanse auch eine hohe Übereinstimmung in ihren Erbinformationen hätten, könne man allerhöchstens als Indiz für gemeinsame Vorfahren werten – man könne die Beobachtung aber auch als Hinweis auf einen gemeinsamen Schöpfer interpretieren.
Auch die Darstellung des menschlichen Auges, das einen „konfusen Bauplan“ habe (ZDF-Originalton: „Hat da der intelligente Designer etwa gepfuscht?“), ist laut Junker längst von der Forschung überholt. Ganz im Gegenteil habe man die Einheit von Auge und Gehirn, die zu einem scharfen Bild führe, als geniale Konstruktion erkannt.
FACTUM-Leser Rolf Claussnitzer weist auf eine andere Bublath-Aussage, hin mit der sich der Moderator über intelligentes Design habe „lustig machen wollen“: „Bublath verpasste Menschen, die Probleme mit der Wirbelsäule haben, einen Schwanz und entlarvte das Auge mit seinem Blinden Fleck als Fehlkonstruktion.“ Calussnitzer, der häufig Rückschmerzen hat: „ich bedanke mitch für die Erkenntnis des Herrn Bublath, das smir mit einem Schwanz geholfen wäre.“
In bezug auf das fehlkonstruierte Auge, verweisst er auf ein Darwin-Zitat im Buch „Entstehung der Arten“. Das Auge war für Darwins Theorie eine „Black Box“, ein dunkler Fleck. Darwin schrieb: „Die Annahme, das Auge mit seinen unnachahmlich kunstvollen Einrichtungen für Scharfeinstellung, Regelung des Lichteinfalls und Ausgleich sphärischer und chromatischer Aberration habe sich dich durch natürliche Auslese bilden können, ist , wie ich offen zugebe, in höchstem Masse widersinnig.“
Verräterisch war auch die Sprache der Sendung. Während Forscherhinweise auf einen Schöpfer als wissenschaftsfeindlich dargestellt wurden, ist gleichzeitig im Film von einem „universalen Werkzeugkasten der Natur“ die Rede gewesen. Reinhard Junker stellt fest: „Auch Evolutionsvertreter können offensichtlich die Erkenntnis nicht verdrängen, dass der Aufbau der Organismen so wirkt, als sei er von einem Planer entworfen worden, der immer wieder ähnliche Bauteile und Konstruktionsprinzipien verwendet.“
Einmal mehr verweigern sich öffentliche Medien, die Argumente für „Intelligent Design“ sachlich darzustellen. Es darf offenbar nicht sein, dass sich eine Alternative neben die Evolutionstheorie schiebt. Wie ist eigentlich die Meinung der Bevölkerung?
Das Magazin „ZeitWissen“ 1/2006 konfrontierte 1000 Deutsche mit zwei Aussagen zum Thema „Schöpfung/Evolution“. Das erste Statement hiess: „Affen und Menschen haben einen gemeinsamen Vorfahren“. Ergebnis: 65,1 Prozent sagten, sie würden dem „eher oder voll und ganz zustimmen“. - Wir sind überzeugt: Hätte die Formulierung gelautet „Der Mensch stammt vom Affen ab“, wäre das Ergebnis tiefer ausgefallen. Aber auch so sehen sich immerhin 32,1 Prozent „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“ als Affen-Nachfahre. Das ist mehr als ein Drittel der Befragten und damit eine grosse Minderheit, deren Meinung in der Öffentlichkeit nicht ernst genommen, respektive mit demonstrativ zur Wahrheit erhobenen wissenschaftlichen Theorien zurückgewiesen wird.
Die zweite Vorgabe der Umfrage lautete: „Eine höhere Macht hat die Erde und das Leben geschaffen“. Ergebnis: 48,3 Prozent, also rund die Hälfte aller Deutschen stimmt der Existenz einer Schöpfermacht zu. 49,2 % sagten, sie stimmten dieser Aussage „eher nicht“ oder überhaupt nicht“ zu und 2,5 Prozent zeigten sich unwissend. Zusatzfrage: Wieso wird denn in Deutschlands Universitäten und Schulen und Medienhäusern nie über diesen Schöpfer im Zusammenhang mit der Herkunft des Lebens diskutiert? Wieso wird jede öffentliche Regung in dieser Richtung von genau diesen Institutionen lächerlich gemacht und im Keim erstickt? Wie lange noch kann die Macht der Bildungselite ihren Bann aufrechthalten? Die Evolutionstheorie ist noch immer ein Sakrileg und der Neodarwinismus eine Speerspitze des Atheismus.
ZDF-Forum Wort und Wissen nimmt Stellung FACTUM-Artikel: Mit versteckter Kamera in christlicher Gemeinde FACTUM-Artikel über "Intelligent Design"
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