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Öffentliche Diskussion um Welterklärungen

(10. März 2006/rh.) - Vor sehr interessiertem Publikum fand am 10. Februar im schweizerischen Wattwil ein Podium zum Thema «Evolution oder Schöpfung?» statt.

Rolf Höneisen

Rund 300 Personen liessen es sich nicht nehmen, die Podiumsdiskussion zum Thema «Evolution – Wissenschaft oder Weltanschauung?» mitzuverfolgen, darunter viele Jugendliche und junge Erwachsene. Unter der Leitung von Dr. Andreas Rohner legten der Evolutionsbiologe Dr. Paul Schmid-Hempel, Professor für Experimentelle Ökologie an der ETH Zürich, und Gian Luca Carigiet, Unternehmensberater, Buchautor und Leiter des Vereins ProGenesis, ihre Standpunkte dar.

Anders, als es der Titel der Veranstaltung erwarten liess, ging es dem Vertreter der Evolutionstheorie vor allem darum, «Missverständnisse» zu klären und die Evolution als Tatsache zu präsentieren. Schmid machte seinen Standpunkt von Beginn weg klar: «Evolution
ist keine Weltanschauung, sie macht über Religion keine Aussagen.» Prof. Schmid nutzte die Gelegenheit, die Grundsätze der Evolutionstheorie einfach zu erklären. Nur dort, wo es um
angreifbare Thesen ging, z. B. dem Artensprung, der Entstehung der ersten Zelle, der Herkunft und Zunahme von Information oder dem lückenhaften Fossilienbefund, wechselte er zu Fachausdrücken, die von vielen wohl nicht mehr verstanden wurden.

Der Diskussion um das Thema intelligenter Baupläne versuchte der Evolutionsbiologe von vorneherein die Kraft zu nehmen, indem er das menschliche Auge schematisch zeigte und als «keine gute Konstruktion» bezeichnete. Gian Luca Carigiet erklärte die «Liebe zur Wahrheit» als persönliches Motiv seiner Suche nach einer Erklärung für die Entstehung des Universums und des Lebens. In seinem Referat beleuchtete er die Wissenschaftstheorie, um darzulegen,
dass es zwischen empirischer und historischer Wissenschaft zu unterscheiden gelte. Die Vergangenheit könne nur indirekt erforscht werden.

Gemäss dem biblischen Schöpfungsbericht seien Pflanzen und Tiere «nach ihrer Art», als Grundtypen, erschaffen worden. Die Artgrenze könne nicht überschritten werden.
Die Frage, wie die erste reproduzierbare Zelle entstanden sei, könne bis heute kein Wissenschaftler erklären. Die Entstehung und Entwicklung des Lebens, wie es mit der Evolutionstheorie dargestellt werde, sei unbelegt und «noch nie beobachtet worden». Deshalb sei die Evolution unbewiesen. Man müsse an sie glauben. Für ihn ergebe die richtungs- und ziellose vom Zufall angetriebene Evolution keinen Sinn.

In der anschliessenden Diskussion wurden vor allem Fragen an Prof. Schmid gestellt, was diesem Gelegenheit bot für weitere ausführliche Darlegungen seiner Sicht. Die entscheidenden Fragen, z. B. «Wie wurden einzelne Bausteine zu einem ganzen System zusammengefügt?» oder «Wie entstand aus anorganischen Stoffen eine lebendige Zelle?» beantwortete er nicht oder ausweichend. Auf die Frage nach der Zukunft meinte Paul Schmid, dass er einen weiteren Verlust der Artenvielfalt erwarte und die Klimaerwärmung auch bei uns zu einer Zunahme bislang eher südlich lebender Organismen führen werde.

Gian Luca Carigiet betonte, dass die Bibel auch einen prophetischen Blick in die Zukunft offenbare. Von daher erwarte er die Rückkehr von Jesus Christus und die Etablierung eines neuen Himmels und einer neuen Erde.

Der gute Besuch des Anlasses war ein Indiz dafür, dass solche Veranstaltungen einem Bedürfnis entsprechen. Es ist der organisierenden Chrischona-Gemeinde Wattwil sowie den Referenten Schmid und Carigiet zu danken, dass sie einen solchen Anlass gestalteten.

Zu wünschen wäre bei einer Wiederholung ein Podium, auf dem entweder zwei Naturwissenschaftler ihre Sicht vertreten oder dann zwei Philosophen. Zumindest sollten die Referate vom Inhalt her vergleichbar sein. Geschickt moderiert, würde so eher die gleiche Sprache gesprochen und es käme zu einem vertiefteren Austausch und besseren Verständnis der jeweiligen Argumente.

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