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Geschundener Planet
Satellitenaufnahmen zeigen dramatische Veränderungen ganzer Landstriche. Die Bilder wurden jetzt in einem Atlas zusammengefasst.
„Ein Planet, viele Menschen“ heisst ein neuer Atlas, herausgegeben vom UNO-Umweltprogramm UNEP. Darin werden Satellitenfotos aus vergangenen Jahrzehnten aktuellen gegenübergestellt. Die Bilder zeigen dramatische Veränderungen in der Umgebung von Städten wie Peking, Dhaka, Delhi und Santiago: Zerstörtes Ackerland, verschmutzte Flussbetten, schwindende Wasservorräte.
UNEP-Direktor .36.Klaus Töpfer.37. sagte bei der Präsentation des Atlas: „Die Menschen in San Francisco oder London werden die Bilder der Waldzerstörung oder des schmelzenden arktischen Eises betrachten und sich fragen, was das mit ihnen zu tun hat. Sie werden davon ausgehen, dass diese Veränderungen das Ergebnis des Lebensstils und der Konsumgewohnheiten von Menschen sind, die Hunderte oder Tausende von Kilometern entfernt leben. Doch sie irren sich.“
Die Bewohner der Städte tragen nach Angaben der UNEP am meisten zur Erderwärmung bei, sehen aber wenig von deren Folgen, weil diese vor allem in abgelegenen und dünn besiedelten Regionen auftreten. Die Städte verbrauchten riesige Mengen Wasser, Nahrung und Holz und produzierten viel Müll, sagte Töpfer weiter.
Las Vegas ist die am schnellsten wachsende Stadt der USA. In den 50-er Jahren lebten dort 24000 Menschen, heute sind es eine Million und nach Schätzungen werden es im Jahr 2015 zwei Millionen sein. Eine Folge davon ist der sinkende Wasserspiegel im nahe gelegenen Lake Meade. Er sank zwischen 2000 und 2003 um volle 18 Meter. Seit Jahren schrumpft auch das Tote Meer. Der Wasserspiegel sinkt jährlich um rund einen Meter.
Wie der Mensch die Erde „bebaut“ zeigen auch Luftaufnahmen von Südspanien, wo Gewächshäuser ganze Landstriche zudecken. Auch das Abholzen der Regenwälder verändert das Antlitz der Erde oder der Aufbau riesiger Shrimp-Farmen in Asien.
Umweltzerstörend sind auch Kriege. Beispiele sind Liberia und Sierra Leone. Dramatisch ist auch was im Irak unter Saddam Hussein geschah. Kriege und die Trockenlegung des mesopotamischen Marschlandes führten neben anderen Einflüssen zur Zerstörung des grössten Dattelpalmenwalds der Erde. Er verlief entlang des Schatt el Arab. Die Satellitenaufnahmen zeigen, dass von ehemals 18 Millionen Palmen (= ein Fünftel aller Dattelpalmen der Erde) 14 Millionen oder 80 Prozent verschwunden sind. Das heisst, dass die Lebensgrundlage von Millionen Menschen ebenfalls ruiniert wurde. (rh.)
>> UNEP
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